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Alle Bälle fliegen hoch?

Jongleure lassen Bälle, Keulen oder Alltagsgegenstände lässig kreisen. Kinder lernen das schnell. Aber auch Erwachsene lassen sich begeistern. 

Kinder für Sport und Bewegung zu begeistern, ist ein wichtiger Beitrag für ihre körperliche Gesundheit. Jonglieren ist eine Möglichkeit, Bewegung spielerisch nahe zu bringen, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kommt. 

Wo lernen Kinder jonglieren?

Zugegeben, aller Anfang ist schwer: Plumps – schon fällt der Ball zu Boden. Denn es ist gar nicht so leicht, mit zwei Händen drei Bälle in der Luft zu halten. Aber es lässt sich lernen. Und das macht Kindern nicht nur Spaß, sondern trainiert auch Körper und Köpfchen. Denn das komplexe Zusammenspiel von Augen und Händen hat nachweislich positive Auswirkungen aufs Gehirn. Wer das knifflige Hobby von klein auf lernt, tut sich leichter. In Schulen, Sportvereinen und Kirchengemeinden, bei Jugendfreizeiten, Workshops oder Sommerfesten gibt es zirkuspädagogische Projekte, in denen Jonglierbälle, Devil-Sticks, Keulen und Diabolo schnell begeisterte Fans finden. Noch professioneller geht es in Zirkusvereinen zu, wo ausgebildete Zirkus-Pädagogen die Kinder trainieren. 

Wie und womit steigen Kinder ein?

Idealerweise steigen Kinder mit Wurf- und Fangübungen ein. Denn beim klassischen Jonglieren werden mehrere Gegenstände nacheinander wiederholt in die Luft geworfen, wieder aufgefangen und erneut geworfen. Für den Einstieg gelingt das am leichtesten mit speziellen Jongliertüchern, da sie langsamer fliegen als Bälle und sich leicht greifen lassen. Wenn das Hochwerfen und Fangen mit einem Tuch gut klappt, können die Kinder Varianten üben:

  • Vor dem Fangen in die Hände klatschen.
  • Eine Drehung um die eigene Achse machen.
  • Sich zwischen Werfen und Fangen hinsetzen und wieder aufstehen.

Wie geht es weiter?

So lässt sich nach und nach die Leistung steigern, denn Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und das Zusammenspiel von Augen und Händen werden immer besser. Und jeder kleine Erfolg motiviert, um mit dem Training weiterzumachen. Später kann dann auch mit mehreren Tüchern geworfen oder auf Bälle, Keulen und Sticks umgestiegen werden. Natürlich gelingen waghalsige Tricks keinem auf Anhieb. Deshalb machen aufmerksame Trainer Kindern Mut, auch dann weiterzuüben, wenn zehnmal hintereinander der Ball zu Boden gefallen ist. Irgendwann gelingt es und das ist dann ein ganz besonderer Glücksmoment, der sicher wiederkommt. So lernen die Kleinen, mit Frustrationen umzugehen und Schritt für Schritt auf ihr Ziel zuzusteuern. Am Ende werden sie mit Jonglierkünsten belohnt, die andere nicht haben. Das stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das Durchhaltevermögen für künftige Herausforderungen. 

Für wen geeignet?

Jonglieren macht allen Kindern Spaß, weil es eine spielerische Bewegungsform ist, bei der auch weniger sportliche Kinder mithalten und sich schnell verbessern können. Das Grundschulalter ist ideal für den Einstieg – es ist aber nie zu spät. Jonglieren mit Bällen gelingt meist erst ab etwa neun Jahren sicher, weil vorher das Koordinationsvermögen noch nicht ausgeprägt genug ist, um drei Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten. Die Lernfortschritte sind individuell verschieden und hängen auch von der Zeit ab, die ins Training investiert wird. 

Ausrüstung und Kosten

In Zirkusvereinen und Jonglierschulen ist die Ausrüstung meist vorhanden. Kinder brauchen dann nur bequeme Kleidung und geeignete Sportschuhe für das Training, das meistens in Turnhallen stattfindet. Wer sich privat eine Grundausstattung anschaffen möchte, ist flexibler und kann damit im Sommer jederzeit im Park loslegen. Jongliertücher kosten pro Stück circa zwei Euro, ein Set mit drei Jonglierbällen gibt es ab vier Euro, ein Set mit drei Keulen kostet rund 30 Euro, ein Diabolo ist ab circa 16 Euro zu haben, Devil-Sticks gibt es ab 25 Euro, Ringe für drei Euro pro Stück und einen Jonglierteller mit Drehstab für ungefähr vier Euro. 

Positive Effekte für Körper, Geist und Seele

Jonglieren hat viele positive Effekte auf die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern. Aber auch Erwachsene profitieren, wenn sie regelmäßig Bälle oder Keulen kreisen lassen.

Jonglieren trainiert folgende körperlichen Fähigkeiten:

  • Reflexschulung
  • Reaktionsschnelligkeit
  • Geschicklichkeit
  • Peripheres Sehvermögen (aus dem Augenwinkel schauen)
  • Auge-Hand-Koordination
  • Rhythmusgefühl

Jonglieren wirkt sich positiv auf geistige Fähigkeiten und seelisches Wohlbefinden aus. Es

  • fördert das Konzentrationsvermögen
  • hilft beim Stressabbau
  • erhöht die Frustrationstoleranz
  • stärkt das Durchhaltevermögen
  • stärkt das Selbstbewusstsein

Bild: © Zirkus Paletti

     

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