Genitale Beschwerden bei Männern

Erektionsstörungen oder Probleme mit der Prostata: Intime Beschwerden sind nichts, worüber Mann gern spricht. Häufige Beispiele und was dahinterstecken kann. 

„Ich habe Probleme beim Pinkeln“

Mann muss auf Toilette, steht nachts mehrfach auf, aber es kommen nur ein paar Tropfen und der Strahl wird schwächer. Dieses und ähnliche Probleme kennen viele Männer. Die Ursache ist in aller Regel die Prostata, eine Geschlechtsdrüse des Mannes. Vergrößert sie sich, kann sie auf die Harnröhre drücken. Das ist erst einmal nichts Außergewöhnliches. Bei fast jedem Mann vergrößert sich die Prostata etwa ab dem 45. Lebensjahr.

Wenn das Wasserlassen aber deutlich schwerer fällt, dann ist der Druck auf die Prostata so groß, dass es gut ist, sich Hilfe zu suchen. Der richtige Ansprechpartner ist der Urologe. Der führt zunächst ein Gespräch und bestimmt mittels Ultraschall die Größe der Prostata. Meistens ist die Vergrößerung gutartig, dann ist die Drüse nur etwas mehr gewachsen als üblich. Dies muss zum Teil gar nicht oder nur medikamentös behandelt werden. In selteneren Fällen kann der Urologe auch Prostatakrebs diagnostizieren. Die weitere Behandlung ist hier abhängig von der Diagnose.

„Meine Hoden tun weh“

Wenn die Hoden schmerzen, kann dies verschiedene Ursachen haben. Treten die Schmerzen im Laufe von Stunden oder wenigen Tagen auf und gehen mit einer Schwellung und Rötung des Hodens einher, könnte es sich um eine Nebenhodenentzündung handeln. Sie ist oft eine Begleiterscheinung einer bakteriellen Entzündung der Prostata oder der Harnwege und tritt meist ab der Pubertät auf. Antibiotika, ein Suspensorium, um den Hodensack zu schützen, kühlende Umschläge und gegebenenfalls Schmerzmittel helfen in der Regel schnell.

Beginnt der Hoden hingegen sehr plötzlich, sehr heftig zu schmerzen, ist möglicherweise eine Verdrehung des Hodens, eine sogenannte Hodentorsion, dafür verantwortlich. Sie kommt besonders häufig bei Jugendlichen, jungen Männern und auch schon bei Säuglingen vor. Bei einer Hodentorsion sollte sofort operiert werden. Denn die Durchblutung von Teilen des Hodens oder des gesamten Organs kann unterbrochen sein. Das führt nach kurzer Zeit zum Absterben von Gewebe. Seltenere Ursachen für Hodenschmerzen können unter anderem Leistenbrüche und Flüssigkeitsansammlungen (Hydrocele) im Hoden sein.

„Mir fehlt die Stehkraft“

Etwa 16 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und jeder dritte 60- bis 69-Jährige haben eine sogenannte erektile Dysfunktion. Rauchen, Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen, Übergewicht und Diabetes begünstigen Erektionsstörungen. Ein Check-up beim Arzt hilft, eventuelle Erkrankungen abzuklären.

Nackter Männeroberkörper

Andere Ursachen können Nebenwirkungen von Medikamenten sein oder bestimmte neurologische Erkrankungen. Wenn es im Bett nicht läuft, muss dies keine körperlichen Gründe haben. Bei jüngeren Männern sind häufig auch psychologische Faktoren wie Unsicherheit oder Stress verantwortlich für Erektionsstörungen. Wichtig ist, dass das Paar darüber spricht und gegebenenfalls Hilfe in Anspruch nimmt. Wenn der Leidensdruck steigt oder die Ursachen unklar sind, sollte Mann einen Urologen aufsuchen. Mit ihm kann auch besprochen werden, welche weiteren Maßnahmen helfen könnten.

„Ich komme zu früh“

Was heißt überhaupt zu früh? Direkt in den Sekunden nach dem Eindringen? Nach drei oder zehn Minuten? Die Unterschiede, wann Mann einen Samenerguss hat, sind groß und das Beschwerdebild wird sehr subjektiv beschrieben. Häufig wird das eigene Empfinden durch Filme und Videos beeinflusst, wo der Geschlechtsverkehr teilweise ewig dauert. Ein Gespräch mit der Partnerin, die solche falschen Bilder korrigieren kann, sollte daher in jedem Fall der erste Schritt sein.

Häufig tritt das Problem erst mal bei jungen, sexuell unerfahrenen Männern auf, kann aber auch bei Älteren weiterbestehen. Mit der sexuellen Erfahrung legt sich das Problem meist von selbst. Ist dies nicht der Fall und steigt der Leidensdruck, ist der Urologe der richtige Ansprechpartner. In einem Beratungsgespräch kann dieser helfen, das Problem einzuordnen und mögliche Maßnahmen zu besprechen. 

FacharztProgramm der AOK: Hilfe beim Urologen

Wer ein Problem im Intimbereich hat oder gar von Prostatakrebs betroffen ist, braucht ein offenes Ohr und beste Behandlungsmöglichkeiten. Genau dafür setzt sich die AOK Baden-Württemberg mit dem neuen Facharztvertrag für Urologie ein. Versicherte, die sich im FacharztProgramm einschreiben, profitieren von vielen Vorteilen:

  • mehr Zeit für Beratung und gemeinsame Entscheidungsfindung
  • hohe Versorgungsqualität,
  • intensive Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten,
  • schnelle Terminvergabe und gegebenenfalls Überweisung an den Urologen noch am selben Tag,
  • Abendsprechstunden und vieles mehr.

Contentbild: GettyImages © SanneBerg

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