Freie Fahrt für Bike-Einsteiger

Mountainbiking bietet eine Extra-Portion Spaß abseits der Straße. Wir zeigen in unserem Tutorial grundlegende Fahrtechniken und erklären, wie der Einstieg gelingt. 

Durch die neuen E-Bikes erlebt das Mountainbike (MTB) einen Aufschwung. „Zu unseren Breitensporttreffs für Radler, die wir mit der AOK organisieren, kommen von fünf Teilnehmern vier mit dem Mountainbike“, sagt Jochen Lessau, Geschäftsführer des Württembergischen Radsportverbands (WRSV). In jüngster Zeit seien die Zahlen kräftig gestiegen.

Grundsätzlich braucht ein geübter Radler keinen Einsteigerkurs - auch das macht Biken so attraktiv. Denn niemand muss bei der ersten, zweiten oder dritten Tour rekordverdächtig viele Höhenmeter fahren. Unser Video-Tutorial (oben) zeigt schon mal alle wichtigen Einsteigertechniken. Wer auf ein E-Bike umsteigt, sollte sich dagegen schon ein Fahrtechniktraining gönnen.

Ein Mountainbike eignet sich für Jung und Alt

Oft ist das erste Kinderfahrrad eine Art Mountainbike, aber da geht es um den spielerischen Einstieg nicht um lange Touren. Und in der älteren Generation? „Wir stellen fest, dass etwa ab 75 Jahren die Bereitschaft nachlässt, im Gelände zu fahren“, erzählt Lessau. Klingt logisch: Zum Biken gehört, mit den Kurvenkräften zu spielen, Bodenwellen zu passieren und Abfahrten zu meistern. Wenn da Kraft, Reaktion und Koordination nachlassen und bei jeder Wurzel Unsicherheit aufkommt, ist Vorsicht angemessen.

Einfach entspannt über Waldwege fahren und die Natur genießen. Stunts sind eher für Fortgeschrittene geeignet.“

Jochen Lessau, Geschäftsführer des WRSV

Das richtige Bike

Bevor’s losgeht, braucht es natürlich ein passendes Mountainbike. Fachleute sind sich einig: Für 1.000 Euro bekommt man ein solides, gut ausgestattetes Rad mit Vorderradfederung – ein sogenanntes Hardtail. „Weniger ist meistens mehr", fasst Jochen Lessau zusammen. Carbon-Rahmen, 180 Millimeter Federweg und Scheibenbremsen der Spitzenklasse sind vor allem für Spezialisten wichtig.

Vor dem Kauf sollte jeder ehrlich überlegen: Was genau habe ich in den nächsten paar Jahren vor? Will ich nur zwei Stündlein durchs Grüne fahren? Reizt es mich, demnächst Touren mit 100 Kilometern und 2.500 Höhenmetern anzugehen? Will ich rasante Abfahrten machen? Wer das weiß, kann in einem guten Fachgeschäft wenig falsch machen.

Das Bike muss zum Biker passen

Entscheidend ist, dass der Fachmann einen Blick für die Ergonomie hat. Das tollste Rad verleidet einem alles, wenn man sich unwohl fühlt. Sattel, Griffe, Pedalposition und Haltung sind eben verschieden. Manches lässt sich bei Bedarf noch individuell anpassen oder nachrüsten. Und ein guter Verkäufer überredet nicht gleich zu Spezialgriffen oder einem Alpencross-tauglichen Rucksack. Ein CE-geprüfter Helm gehört jedoch unbedingt zur Grundausstattung!

Fachgeschäfte sind zwar oft teurer als Online-Anbieter, helfen aber dabei, im Technik-Dschungel den Überblick zu behalten.Alexander Kraft, erfahrener MTB-ler

Vorausschauend fahren

Vieles, was auf den ersten Blick gefährlich wirkt, kennen Freizeitradler schon. Die rutschige Blätterschicht etwa oder die Anfahrt auf Hindernisse. Daher ist, wie sonst auch, vorausschauendes Fahren angesagt. Stürze sind bei kontrolliertem Tourenfahren zwar selten, aber natürlich nicht immer zu vermeiden. Zumal in Baden-Württembergs Wäldern laut Forstgesetz nur auf mindestens zwei Meter breiten und befestigten Wegen geradelt werden darf. Wer sich unsicher fühlt, fährt am besten in Begleitung. Eine Tour mit Freunden, im Verein oder bei den mehr als 400 AOK-Radtreffs – alles ist möglich. 

Mit Motor unterwegs

Fahrräder mit Tretunterstützung haben seit Jahren zweistellige Wachstumsraten. Jetzt hat der E-Fahrrad-Trend auch den Mountainbike-Sektor erfasst. Entscheidend für den Durchbruch sind die Weiterentwicklungen in der Technik. Mittlerweile gibt es Akkus mit Kapazitäten bis zu einer Kilowattstunde – so bleibt niemand mehr auf halbem Weg zum Gipfel liegen.

Lohnend sind die Flitzer vor allem für jene, die sich oft und möglichst gelenkschonend bewegen wollen, aber ihren Kreislauf nicht überlasten dürfen. Ein brauchbares E-Mountainbike unter 2.200 Euro gibt es nicht. Wer die Kosten scheut, kann auch ein E-Bike leasen. Wichtig: Vor der ersten richtigen Tour auf jeden Fall ein Fahrtechniktraining für E-Mountainbike besuchen, denn Sie wollen ja nicht nur flott auf den Berg, sondern auch wieder gesund runterkommen.

     

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