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Sag JA zur Veränderung

Angst vor dem Unbekannten oder neugierig auf Abwechslung? Wie wir mit Veränderungen umgehen, hängt auch von unserer Persönlichkeit ab. 

Ob wir wollen oder nicht – sie kommen auf jeden Fall: Veränderungen gehören zum Leben, sind unumgänglich, allgegenwärtig. Die Jahreszeiten wechseln, wir werden älter, die Kinder größer. Schon der Lauf der Zeit bringt Veränderungen mit sich.

Doch nicht jeder Wandel ist so vorhersehbar wie der Frühling nach dem Winter. Oft kommt er ganz unvermittelt auf uns zu: Der Vermieter kündigt die Wohnung, der Partner nimmt einen Job im Ausland an, der Arzt diagnostiziert eine chronische Krankheit. Damit haben wir nicht gerechnet! Darauf waren wir nicht vorbereitet!

Veränderungen akzeptieren oder sich ärgern?

Weitreichende Veränderungen, die uns einfach so von außen überrollen, sind oft wie ein Schlag ins Gesicht: Wir reagieren mit Angst, Abwehr und Ärger darauf – sind stinksauer auf den Vermieter, verzweifelt, weil der Partner geht.

Illustration SchmetterlingDoch nach der ersten Wut, Traurigkeit und dem Nicht-Wahrhaben-Wollen gelingt es uns allmählich, uns mit der neuen Situation zu arrangieren, sie schließlich zu akzeptieren. Wie schnell und wie gut, hängt auch von unserer Persönlichkeit und unseren Erfahrungen ab: Menschen, die gelernt haben, Probleme aktiv anzugehen und Lösungen zu finden, fällt das oft leichter.

Veränderungen festhalten oder loslassen?

Auch Veränderungen, die wir selbst in die Wege leiten, können unterschiedliche Reaktionen und Gefühle auslösen. Wie und wann wir sie angehen, ist auch eine Typfrage.

Vielen Menschen fällt es außerordentlich schwer, sich von Bekanntem zu verabschieden und den ersten Schritt in eine andere Richtung zu gehen. Selbst, wenn sie unzufrieden sind, klammern sie sich mit aller Macht an Vertrautes: An Menschen, die ihnen offensichtlich schaden, an einen Beruf, der sie überfordert oder an Freizeitaktivitäten, die nur noch lästige Pflichten sind.

Veränderungen als Chance begreifen

Andere hingegen sind regelrechte Meister des Wandels: Der Job ist eintönig? Dann nichts wie ran an die Stellenanzeigen und Bewerbungen! Das Hobby macht keinen Spaß mehr? Dann schnell etwas anderes ausprobieren! Diese Menschen haben keine Angst einen Schlussstrich zu ziehen, sind offen für Abwechslung und begreifen die Veränderung als Chance. 

Gefühle: Hemmschuh oder Hilfe für Veränderungen

Illustration: Mann hat AngstKeine Sorge: Auch von Natur aus eher zögerliche, auf Beständigkeit bedachte Menschen können Veränderungen mit Bravur meistern. Besser klappt`s, wenn man weiß, welche Gefühle und Einflussfaktoren dem Wandel im Weg stehen und welche ihn vorantreiben können. Was einen Neustart häufig blockiert sind Angst und Gewohnheit. Hingegen helfen Eigenschaften wie Mut und Neugier, Neues anzupacken.

Angst
Wer Vertrautem den Rücken kehrt, um sich auf unbekanntes Gebiet zu begeben, geht ein Risiko ein. Was kommt, lässt sich nur schwer vorhersehen. Werde ich der neuen Aufgabe gewachsen sein? Wird die Beziehung halten, wenn ich in eine andere Stadt ziehe? Dass Gedanken an eine unvorhersehbare Zukunft Angst auslösen, ist verständlich. Angst zu haben ist also durchaus normal. Und von Natur aus ängstliche Wesen sind nicht unbedingt im Nachteil. Wichtig nur, dass die Angst nicht lähmt und dazu führt, dass wir nichts verändern. Wer in einer unglücklichen Partnerschaft lebt oder sich ständig mit einem cholerischen Chef herumärgern muss, sollte sich nicht vor dem Loslassen, sondern eher vor dem Festhalten fürchten.

Gewohnheit
Gewohntes macht das Leben leichter, planbarer, sicherer und hilft beim „Energiesparen“. Wenn wir routinemäßig handeln und Vertrautes tun, muss das Gehirn nämlich keine Ressourcen mobilisieren. Deshalb ist unser Oberstübchen erpicht darauf, Gewohntes beizubehalten. Problematisch allerdings, dass uns nicht alle Gewohnheiten gut tun, manche sogar schaden: Das Singen im Chor ist uns lästig, der abendliche Griff zur Chipstüte ruiniert die Figur. Deshalb gilt: Auch wenn es Energie und Kraft kostet, aus dem vertrauten Trott auszubrechen und sich von überholten Gewohnheiten zu trennen – Umdenken lohnt sich!Illustration: Mann ist wütend

Ärger
Das darf noch nicht wahr sein! Nicht mit mir! Auf Veränderungen, die von außen auf uns zukommen, reagieren viele Menschen mit Wut, Ärger, Aggression. Häufig, weil sie Neues grundsätzlich erst mal negativ bewerten, Nachteile oder Unannehmlichkeiten befürchten. Ärger ist eine typische Spontanreaktion auf Veränderungen, die wir nicht wollen. Und es braucht eine Zeitlang, bis er verflogen ist und wir die neue Situation akzeptieren können. Und umgekehrt gilt: Der ständige Zoff mit dem Nachbarn oder dem Vereinschef können uns ermutigen, selbst eine Veränderung in die Wege zu leiten. Wenn wir es nicht tun, werden wir uns wahrscheinlich irgendwann über uns selbst ärgern.

Mut
Ob Familiengründung oder Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland: Veränderungen erfordern unsere Entschlossenheit und unseren Mut. Mut ist eine Kraft, die sich nutzen lässt, um im Leben etwas zu verändern. Menschen, die von Natur aus mutig und risikobereit sind, fällt es leichter neue Wege zu gehen. Und wer kein geborener Held ist, kann seinen Mut trainieren. Der Alltag bietet viele Gelegenheiten, die eigenen Ängste zu überwinden und kleine Mutproben zu wagen.

Neugier
Die Lust auf Abwechslung, das Verlangen, über den Horizont hinauszublicken machen die Neugier zum natürlichen Gegenspieler der Routine. Neugier ist damit ein wichtiger Motor für Veränderungen. Kinder sind von Natur aus neugierig, mit dem Alter lässt das Interesse jedoch häufig nach. Schade! Wie vergeben dadurch so manche Chance, das Leben zu verändern und zu bereichern. Schon aus diesem Grund sollte der Mensch nie aufhören, neugierig zu sein.

 

     

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