Bild Freundschaftsszenen

Phänomen Facebook & Co.

Was sind Freunde im Netz wert?

Können Bekannte im Social Web Freunde im realen Leben ersetzen? Heidrun Stückler von der Uni Klagenfurt hat sich mit Online-Freunden intensiv beschäftigt. 

Foto Magister Heidrun Stückler

Subjektkonstruktionen und digitale Kultur“ heißt das Projekt an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, an dem Heidrun Stückler mitarbeitet. Forschungsgegenstand sind die soziale Entwicklung und das Kommunikationsverhalten junger Menschen, die mit digitalen Medien von Geburt an aufwachsen. Im Interview spricht Heidrun Stückler über die Bedeutung von Freundschaften in der virtuellen Welt.

Frau Stückler, vor allem junge Leute können sich ein Leben ohne soziale Online-Netzwerke kaum noch vorstellen. Warum üben MySpace, StayFriends und Facebook solch eine Anziehungskraft aus?

Wo Geselligkeit herrscht und Menschen aufeinandertreffen, halten wir uns gerne auf. In sozialen Netzwerken können wir uns ungeniert durch die Profile anderer Leute klicken und Einsicht in Leben nehmen, von denen wir sonst gar nichts wissen. Es ist für Jugendliche interessant, das Sozialverhalten von anderen zu beobachten und sich mit ihnen zu vergleichen. Sie machen das um sich zu vergewissern, dass das eigene Leben in Ordnung ist. Wenn sie online ihren Status posten und dieser von anderen registriert und mit einem „gefällt mir“ belohnt wird, bekommen Nutzer die Bestätigung, dass sie wahrgenommen werden.

Im Netz regiert die Oberflächlichkeit. Wahre Freundschaften sind da nicht zu finden. Stimmt das?

Netzakteure unterscheiden nicht groß zwischen online und offline. Sie bilden Freundschaften da und dort. Kritiker warnen davor, dass junge Menschen zu unbedacht Kontakte eingehen. Im Zuge unserer Studie haben wir gesehen, dass „Cyberkids“ online sehr reflektiert agieren - auch die Jüngsten. Freundschaften bilden sich online auf der Basis von geteilten Interessen und nicht dadurch, dass man dieselbe Schule besucht oder in der gleichen Stadt wohnt. Natürlich können sich Menschen im Netz nicht sehen, riechen und fühlen. Daher verlagern sich Online-Kontakte früher oder später auf weitere Kommunikationsmittel wie Telefon oder Skype und auf Orte jenseits des Bildschirms.

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