Skitourengehen für Anfänger

Skitourengehen ist eine grandiose Mischung aus Ausdauersport, Abfahrt im Tiefschnee und Natur pur. Schon im Mittelgebirge gibt's tolle Strecken für Einsteiger.

Wer ein paar Regeln beherzigt und sich ein wenig vorbereitet, kommt in den Genuss eines tollen Wintererlebnisses. Denn Skitourengehen oder Skibergsteigen ist eine faszinierende Kombination aus gesundem Konditionssport, herrlicher Abfahrt und intensivem Naturerlebnis. Skitourengehen ist die ursprünglichste Form des Skifahrens. Weit weg vom Pistenrummel garantiert das Entschleunigung pur. 

Skitourengehen ist was für alle Altersklassen

Andreas Rettich vom Deutschen Alpenverein (DAV) ist verantwortlich für das Winter- Kursprogramm der DAV-Sektion Stuttgart und geht seit mehr als drei Jahrzehnten auf Tour. Nach seiner Erfahrung sind die Bergtouren auf Ski für jeden halbwegs passablen Skiläufer zu empfehlen. „Das ist ein Sport für Jung und Alt, fördert Körper und Geist gleichermaßen.“

Die Voraussetzungen sind schnell aufgezählt:

  • Sicher auf Skiern,
  • eine gute Grundkondition,
  • eine verantwortungsvolle Vorbereitung.

Das Gute: Einsteiger können die Anforderungen selbst dosieren. So kann ein passender Start aus anderthalb Stunden Aufstieg mit 400 Höhenmetern bestehen, gekrönt von einer leichten Abfahrt im mäßig steilen Gelände ohne Hindernisse. Was will das Skiherz zum Auftakt mehr?

Besser erst mal die Skitour-Ausrüstung leihen

Die zentrale Frage für Anfänger dreht sich in der Regel um die Ausrüstung. Doch bevor rund 1.500 Euro in die unerlässlichen Teile gehen, lohnt eine Anfrage beim DAV oder Anbietern vor Ort. „Es ist kein Problem, sich das komplette Material zu leihen“, sagt Rettich.

Dazu gehören für den Start:

  • Tourenski mit tourentauglicher Bindung und Felle
  • eine Lawinenausrüstung (Schaufel, Sonde und Lawinenverschüttetensuchgerät)
  • bequeme Skischuhe und normale Skistöcke
  • ein Tourenrucksack für Getränke, Brotzeit, Wechselwäsche, Rettungsdecke und Verbandszeug

Wer die Liebe zum Skibergsteigen entdeckt hat und regelmäßig auf den Berg will, kann später immer noch mit richtigen Tourenschuhen und Teleskopstöcken nachrüsten.

Kleidung wie eine Zwiebel schichten und regelmäßig pausieren

„Beginnen Sie den Aufstieg langsam“, rät Rettich. Wer zu schnell macht, tut sich keinen Gefallen. „Nach 20 Minuten sind Sie warm gelaufen.“ Zeit für eine kurze Pause und um die Kleidung an die Körpertemperatur anzupassen: „Die Kunst ist, wenig zu schwitzen. Könner wählen deshalb das Zwiebelschicht-Prinzip.“ Wenn’s zu warm wird – einfach eine Schicht in den Rucksack stecken. Genauso wichtig: Getränkepause einplanen!

Oben angelangt ist es wichtig, die Wäsche zu wechseln. Auch wenn der Genuss des Gipfelglücks einen erst mal voll in Beschlag nimmt. Wer die feuchte Unterwäsche nicht gegen die trockene tauscht, kann auf der Abfahrt rasend schnell auskühlen. Und wer sich unwohl fühlt, läuft Gefahr, Fehler zu machen. Das ist schlecht für eine Talfahrt, die den ganzen Fahrer fordert.

Rücksicht auf die Natur nehmen

Auch beim Skitourengehen gelten ein paar Regeln. Punkt eins ist die Rücksicht auf die Natur. „Wir achten sehr genau auf naturverträgliche Touren“, sagt DAV-Mann Rettich. Je nach Region und Staat gelten zudem unterschiedliche Vorschriften für das Betreten des Geländes. Abfahrten im geschlossenen Waldgebiet gehen nicht. Freiflächen in Naturschutzgebieten darf man nur befahren, wenn genügend Schnee liegt. Für das Aufsteigen auf Pisten hat der DAV zehn Regeln aufgestellt. 

Lawinen gibt’s auch im Mittelgebirge

Jeder sollte einen Lawinenkurs buchen, der sich auf die Schneewelten jenseits der Piste einlässt. Ob Aufstieg oder Abfahrt: Stets gilt es, im Kopf wach zu bleiben und ein Auge aufs Gelände zu haben. Es braucht viel Erfahrung, um das Zusammenspiel von Faktoren wie Hangneigung, Exposition und Schneebeschaffenheit auf dem Hintergrund des Lawinenlageberichts korrekt zu beurteilen. Kleiner Tipp für Anfänger bei einer geführten Tour: auf die Beschaffenheit des Schnees achten. Ist er flockig-locker? Körnig, harschig – oder neigt das frische Weiß zum „Verkleben“? Bricht man tief ein oder trägt einen die Fläche? Für einen Fachmann sind das zentrale Infos zur Beurteilung der Lawinensituation und des Abfahrtvergnügens. 

     

Thema im Überblick:

Seitenspalte

     
     
 
close
close
close
close
Ihre Lesezeichen