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Warum die Waldmedizin hilft

Aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen, dass Waldspaziergänge ein wirkungsvolles Mittel sind, um gesund zu bleiben oder zu werden. 

Was können so ein paar Bäume für die Gesundheit schon bringen? Der Wissenschaft zufolge teilweise mehr als eine Handvoll Pillen und eine Psychotherapie zusammen. Je mehr Bäume zum Beispiel in einer Wohngegend stehen, desto niedriger ist das Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes zu entwickeln. Das ist eines der verblüffenden Ergebnisse des Umweltpsychologen Marc Berman, der vor zwei Jahren die Baumdichte der kanadischen Stadt Toronto mit den Gesundheitsdaten der Bewohner abglich. Die Studie gilt auch wegen ihres Umfangs als aussagekräftig: Berman bezog 530.000 Bäume und die Gesundheitsdaten von 30.000 Anwohnern in seine Analyse ein. 

Walderlebsnispfade in Baden-Württemberg

1

Naturerlebnispfad im Wackelwald

Länge: 600 Meter
Erlebnisstationen: 8
Anfahrt: Federseeweg 6, 88422 Bad Buchau
Telefon: 07582 1566
www.nabu-federsee.de

2

Luchspfad Baden-Baden

Länge: 4 km
Erlebnisstationen: 20
Anfahrt: Schwarzwaldhochstrasse 1, 77815 Bühl
Telefon: 07449 92998444
www.baden-baden.de

3

NATURATUM ErlebnisWaldpfad

Länge: 2,5 km
Erlebnisstationen: 31
Anfahrt: Taubentalstraße, 73527 Schwäbisch Gmünd
Telefon: 07171 6034250
www.schwaebisch-gmuend.de

4

Baumwipfelpfad Bad Wildbach

Länge: 1.250 Meter
Erlebnisstationen: 6
Anfahrt: Peter-Liebig-Weg 16, 75323 Bad Wildbad
Telefon: 07081 9250940
www.bad-wildbach.de

5

Walderlebnispfad Freiamt

Länge: 4,5 km
Erlebnisstationen: diverse
Anfahrt: 79348 Freiamt
Telefon: 07645 91030
www.freiamt.de

6

Walderlebnispfad Tripsdrill

Länge: 400 m
Erlebnisstationen: 20
Anfahrt: Erlebnispark Tripsdrill, 74389 Cleebronn
Telefon: 07135 999333
www.tripsdrill.de

7

Naturerlebnispfad Oberharmersbach "Hademar Waldwichtel"

Länge: 2 km
Erlebnisstationen: 20
Anfahrt: Dorf 60, 77784 Oberharmersbach
Telefon: 07837 277
www.oberharmersbach.de

8

Naturerlebnispfad Schonach

Länge: 1,3 km
Erlebnisstationen: 12
Anfahrt: Seifenbergweg, 78136 Schonach
Telefon: 07722 964810
www.dasferienland.de

9

Naturlehrpfad „Augen auf“

Länge: 4 km
Erlebnisstationen: 35
Anfahrt: Talstraße, 78144 Schramberg-Tennenbronn
Telefon: 07422 29215
www.schramberg.de

10

Märchenwald und Walderlebnispfad „Tännli“ Gschwend

Länge: 1,5 km
Erlebnisstationen: 10
Anfahrt: 74417 Gschwend
Telefon: 07972 6810
www.gschwend.de

11

Naturpfad Sinneswandel Bad Boll

Länge: 2 km
Erlebnisstationen: 11
Anfahrt: Badstraße/Pappelweg, 73087 Bad Boll
Telefon: 07164 8080
www.bad-boll.de

12

Walderlebnispfad Heidelberg

Länge: 2 km
Erlebnisstationen: 20
Anfahrt: Bergbahn Kornmarkt, 69117 Heidelberg
Telefon: 06221 5828333
www.heidelberg.de

13

Erlebnispfad Hexental

Länge: 10 km
Erlebnisstationen: 45
Anfahrt: Leimbachweg 1, 79283 Bollschweil
www.erlebnispfad-hexental.de

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Wald beruhigt Herz, Blutdruck und Muskeln

Auch welche ganz speziellen Wirkungen im Körper Aufenthalte im Wald auslösen können, finden Forscher nach und nach heraus. Gesundheitswissenschaftler der Nippon Medical School in Tokio haben ermittelt, dass ein Tag in einem Waldgebiet dazu führt, dass sich die Anzahl der für das menschliche Abwehrsystem enorm wichtigen Killerzellen um 50 Prozent erhöht. Andere Studien zeigen: Wenn man im Wald spazieren geht, sinkt der Blutdruck, das Herz schlägt messbar ruhiger und die Muskeln entspannen sich.

Professor Gustav Dobos, Direktor der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen Mitte, erklärt sich die erstaunlich großen Wirkungen des Waldes mit der Evolution: „Die Natur war lange unser eigentlicher Lebensraum, bevor die Verstädterung einsetzte, daher können wir uns unbewusst in ihr entspannen. Auch wenn die Natur voller Gefahren war, so bot sie doch Nahrung und Schutz, das gilt insbesondere für den Wald.“ 

Schon fünf Minuten unter Bäumen wirken

Dabei reicht offenbar schon ein kurzer Zeitraum im Wald, um einen Entspannungseffekt herbeizuführen: Bereits nach fünf Minuten im Grünen steigen die Stimmung und das Selbstwertgefühl deutlich, wie Forscher um die Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Jo Barton von der britischen University of Essex herausgefunden haben.

Entscheidend für den enormen Erholungseffekt im Wald sei vor allem die Reduktion von Stresserleben, glaubt Renate Cervinka, Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitspsychologin aus Wien. „Heute sind wir vor allem über die moderne Mediennutzung wie Smartphones ständig gezwungen, unsere Aufmerksamkeit kurzzeitig zu fokussieren. Dabei verlernen wir, loszulassen und zu regenerieren“, so Cervinka. Die Natur, insbesondere der Wald, dämme die Zugriffe auf unsere Aufmerksamkeit von allen Seiten ab, sodass man sich hier erholen könne. 

Ein Waldspaziergang berührt alle Sinne

Vor allem lichter Mischwald habe sich als Quelle positiver gesundheitlicher Effekte erwiesen, sagt Cervinka. „Ein lichter Mischwald ist, wie der Name schon sagt, meist etwas heller und lässt Tieren und Pflanzen und damit auch Menschen mehr Raum zum Atmen und Entfalten als ein düsterer, dichter Laubwald.“

Dabei spielt nicht nur die optische Umgebung eine Rolle. Ein Wald spricht alle Sinne an. Man hört das Vogelzwitschern, riecht das Moos und die Duftstoffe der Waldkiefern, sogenannte Terpene. „Ein Stoff, der nach Jasmin riecht, spricht im Gehirn dieselben Rezeptoren an wie manche Schlaf- und Beruhigungsmittel. Und Sandelholzduft beschleunigt die Zellteilung und verbessert die Wundheilung“, sagt Dobos. 

Japaner baden im Wald

Aus Japan schwappt gerade ein Trend nach Deutschland, der die positiven Wirkungen des Waldes gewissermaßen aus den Bäumen herauszukitzeln versucht: das Waldbaden. Der japanische Begriff „Shinrin Yoku“ bedeutet auf Deutsch so viel wie: ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen. Dabei ist es gar nicht nötig, bestimmte Übungen stur zu befolgen. Schon ein einfacher Waldspaziergang wird von Japanern als Waldbaden bezeichnet. Wichtig ist nur, dem Wald mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit zu begegnen.

Und wie oft sollte man in den Wald gehen? „So oft wie möglich“, sagt Cervinka. Und wenn man es nur einmal im Monat schaffe, ein paar Stunden im Wald spazieren zu gehen, dann könne das auch noch einen positiven Effekt haben.

Klar ist natürlich auch, der Wald heilt nicht alles. Aber fast alles heilt im Wald besser. Und der Wald senkt das Risiko der Entstehung mancher Krankheiten. Die Geborgenheit, die wir intuitiv im Wald suchen, ist damit ein Stückweit ein echter Schutz. 

     

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