Stevia, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker gelten als gesündere Wahl im Vergleich zu Haushaltszucker. Doch sind sie wirklich besser?

Aus der in Südamerika heimischen Pflanze lassen sich Glycoside gewinnen, die 300-mal süßer sind als Haushaltszucker. Wegen des leicht bitteren Nachgeschmacks wird Stevia oft mit anderen Zuckerstoffen vermischt.

Fazit: Da Stevia kalorienfrei ist und den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst, ist es als Streusüße für Menschen mit Gewichtsproblemen oder Diabetes interessant. Die Glycoside haben zwar einen natürlichen Ursprung, werden jedoch chemisch verarbeitet. Der Transport der Steviablätter belastet die Umwelt und das Klima.

Aus dem Blütennektar der Kokospalme wird in Asien Kokosblütenzucker gewonnen. Er schmeckt nach Karamell und kann zum Süßen von Kaffee, Backen und Kochen verwendet werden. Er hat fast so viele Kalorien wie Haushaltszucker und die gleiche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.

Fazit: Kokosblütenzucker enthält Vitamine und Mineralstoffe, die jedoch bei sparsamer Dosierung wenig zur Nährstoffversorgung beitragen. Der Preis von bis zu 20 Euro pro Kilo ist hoch. Da das Produkt aus Übersee kommt, verbraucht der Transport mehr Energie als bei heimischen Zuckerrüben.

Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat und Saccharin eignen sich auch für Diabetiker. Sie sind so gut wie kalorienfrei, beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht und haben eine um ein Vielfaches höhere Süßkraft als Zucker.

Fazit: Nach heutigem Wissensstand sind bei uns zugelassene Süßstoffe in normaler Menge sicher und gesundheitlich unbedenklich. Sie helfen jedoch nicht, wenn man sich den Süßgeschmack abgewöhnen möchte und sparsamer süßen möchte.

Er wird auch Reishonig genannt und schon lange in der asiatischen Küche verwendet. Für seine Herstellung wird Reismehl mit Wasser zu Sirup verkocht. Reissirup enthält Mineralstoffe wie Eisen und Kalzium. Seine Süßkraft ist schwächer als die von Zucker und sein Energiegehalt geringer.

Fazit: Außer der weiten Anreise gibt es an der Süße nichts auszusetzen. Der Sirup enthält fast keine Fruktose, was für Menschen mit Fruchtzuckerunverträglichkeit ein Pluspunkt ist. Für Veganer ist er eine Alternative zu Honig.

Der Dicksaft aus der mexikanischen Agavenpflanze besteht hauptsächlich aus Fruktose. Er süßt stärker und hat weniger Kalorien als Haushaltszucker. Veganer nutzen Agavendicksaft gerne als Alternative zu Honig.

Fazit: Der hohe Fruchtzuckergehalt kann zu Fettstoffwechselstörungen und Verdauungsbeschwerden führen. Wegen der hohen Süßkraft sollte man Agavendicksaft sparsam verwenden. Er hat lange Transportwege. Dicksäfte aus heimischen Früchten wie Apfel oder Birne sind aus ökologischer Sicht besser.

Honig besteht aus Frucht- und Traubenzucker sowie Wasser. Der goldene Saft überzeugt durch seinen guten Eigengeschmack und hat etwas weniger Kalorien wie Haushaltszucker.

Fazit: Gesund sind seine – leider nur in geringen Mengen enthaltenen – Vitamine und Mineralstoffe. Sie gehen beim Erhitzen über 40 °C verloren und es bleibt nur Zucker übrig - etwa im heißen Tee oder beim Backen. Wer Honig aus der Region kauft, wählt nicht nur ein naturbelassenes Lebensmittel, sondern schont durch kurze Transportwege auch die Umwelt.

Ursprünglich wurde der als Xylit bekannte Zuckeralkohol aus Birkenholz gewonnen. Heute wird er aus Maiskolbenresten, Stroh oder anderen Hölzern hergestellt. Xylit hat deutlich weniger Kalorien als Zucker und ist nicht kariesfördernd.

Fazit: Der Zuckerersatzstoff ist eine interessante Alternative für Diabetiker und Figurbewusste. Wichtig ist die Dosierungsangabe auf der Packung, denn zu viel Xylit kann zu Durchfall und Blähungen führen. Der Zucker gilt nicht als  „natürlich“, denn seine industrielle Herstellung ist aufwendig.

     

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